Heimatverein Puschendorf
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Ausflug nach Hersbruck im Mai 2018

Am Samstag den 5. Mai führte der inzwischen traditionelle Tagesausflug des Heimatvereins nach Hersbruck und auf die Festung Rothenberg.

Ziele der Tagesausflüge sind geschichtsträchtige Orte im näheren fränkischen Umfeld.

 

41 Personen hatten die Einladung angenommen und freuten sich auf einen interessanten Tag. Bedingt durch Baustellen und Staus auf den Autobahnen verzögerte sich die Anreise nach Hersbruck gleich am Beginn. Dies sollte aber der einzige unerfreuliche Abschnitt des Tages bleiben.

 

In Hersbruck erwarteten uns zwei erfahrene Stadtführerinnen, die uns näheres zu ihrem Heimatort erzählten. Die Altstadt war im 2. Weltkrieg weitgehend verschont geblieben, so dass viele historische Gebäude den Stadtkern bilden.

 

Hersbruck wurde 976 erstmals urkundlich erwähnt, als an der Stelle einer Brücke eine Burg errichtet wurde. Der Name der Stadt leitet sich vermutlich von Haderihesprucga, die Brücke des Haderich, ab.

Die Burg Hersbruck befand sich seit 994 im Besitz des Heinrich von Schweinfurt, des Markgrafen auf dem bayerischen Nordgau.

 

 

Hersbruck, Wassertor, 1920

 

Im Mittelalter lag die Stadt an der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag, was ihr wirtschaftlichen Aufschwung bescherte. 1297 wurden Hersbruck die Stadtrechte verliehen. Im Spätmittelalter gehörte Hersbruck zum Herrschaftsgebiet der Herzöge von Bayern-Landshut, fiel 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg an das Gebiet der Reichsstadt Nürnberg und kam 1806 wiederum an Bayern, als der größte Teil Frankens an das Königreich Bayern fiel.

 

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Nürnberg – Hersbruck – Schwandorf durch die Königlich privilegirte Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen im Jahr 1859 wurde Hersbruck an das weltweite Eisenbahnnetz angeschlossen und erlebte dadurch einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Rund um den Bahnhof, der damals etwa einen Kilometer südlich, zwischen Feldern und Wiesen außerhalb der Stadt lag, entstand ein neues Wohnviertel mit zahlreichen Industriebetrieben. Heute ist dieser südliche Stadtteil, die Ostbahn oder Alte Bahn, längst mit der Altstadt zusammengewachsen, verbunden durch die längste Straße im Hersbrucker Stadtgebiet, die Ostbahnstraße.

Während des Nationalsozialismus befand sich von 1944 bis 1945 das KZ-Außenlager Hersbruck des Konzentrationslagers Flossenbürg in der Stadt. Es lag zwischen der heutigen Amberger Straße und der Pegnitz, direkt neben dem Freibad; heute befindet sich dort ein Tennisplatz. Die etwa 10.000 KZ-Häftlinge, meist politisch Verfolgte oder Juden, arbeiteten an den Doggerstollen im nahe gelegenen Ort Happurg für einen Rüstungsbetrieb in der Houbirg, der nicht mehr fertiggestellt wurde. Als im April 1945 die US-Armee näher rückte, wurden die Häftlinge in mehreren Todesmärschen nach Dachau getrieben. Im Hersbrucker KZ starben etwa 4000 Personen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Hersbruck zur Amerikanischen Besatzungszone. Von der Militärverwaltung wurde auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers ein DP-Lager für lettische Displaced Persons angelegt. Das Lager wurde von der UNRRA (ab 1947 IRO) betreut.

Hersbruck war bis zum 30. Juni 1972 Landkreissitz des Landkreises Hersbruck und beherbergt daher heute noch Amtsgericht, Finanzamt, Forstamt sowie Vermessungsamt. Außerdem ist Hersbruck Standort einer Polizeiinspektion sowie einer Außenstelle des Landratsamtes Nürnberger Land.

(aus Wikipedia)

 

Aktuell hat Hersbruck 12.400 Einwohner.

 

Bei frühlingshaften warmen Temperaturen freuten sich alle auf die wohlverdiente Mittagsrast, die wir im Gasthaus Michelsberg, bei gutem Essen verbringen durften. Es war ein Genuss im Freien zu sitzen und vom höchsten Punkt der Stadt, einen Blick auf die Historie werfen zu können.

 

Nach dem Mittagessen fuhren wir nach Schnaittach zur Festung Rothenberg. Hier waren die Reiseteilnehmer ganz schön gefordert, denn eine öffentliche, für einen Reisebus befahrbare Straße, endete ca. 1 km unterhalb der Festung und wir mussten zu Fuß hoch steigen. Zum Glück war unser 2. Vorsitzender Werner Rohrhirsch mit dem Privat-Pkw dabei und konnte alle Gehbehinderten und Geschwächten hin und her chauffieren.

 

Auf der Festung Rothenberg hatten wir eine Führung gebucht. Mitglieder des Heimatvereins Schnaittach kümmern sich um den Erhalt der Festung und äußerten ihr Unverständnis über das geringe finanzielle Engagement des Freistaates Bayern.

 

Im 18. Jahrhundert wurde die heutige Anlage vom Kurfürsten von Bayern und deutschen Kaiser Karl VII. in französischer Manier als bedeutende Rokoko-Festung errichtet. Zeitweise waren hier 400 Soldaten untergebracht. Die Anlage wurde bastionär nach geometrischen Grundsätzen gebaut. Da tote Winkel vermieden werden sollten, ergaben sich die typischen Bastionen in Sternform. Grundform ist ein Vieleck mit einem bastionierten Turm an jeder Ecke. Die Wallkrone war niedrig gehalten, um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Die Umwallung begann nordseitig mit einem sanft ansteigenden Festungsumbau aus Erde,  gefolgt von einem gedeckten Weg und einem Graben. Dahinter erhob sich, kaum höher als der Kamm des Umbaus der Wall. Dadurch war es artilleristisch nur schwer möglich, das Mauerwerk zu treffen, da es durch den Kamm des Umbaus abgedeckt wurde. Die Lage auf einem Bergrücken schuf jene defensiven Qualitäten, wie sie von Spornburgen bekannt sind. So schützte der Berghang die Festung nach Süden, Osten und Westen vor Sturmangriffen, aber nicht vor den damals schon leistungsfähigen Belagerungsgeschützen. Der nördliche Wall (die Hauptkurtine) wurde durch einen Ravelin, einem kleinen, festungsähnlichen Vorbau gesichert. Alle Bastionen und Kurtinen (außer der Hauptkurtine) verfügen über Kasematten. Daneben befindet sich in der Mitte des Festungsstocks ein, dank einer fünf Meter dicken Erdschicht, bombensicherer Kasemattensaal.

 

Die Festung wurde vollständig aus Mauerwerk errichtet. Dieses war umlaufend sechzehn Meter hoch und innen mit zehn Meter hohen Gewölben ausgestattet.

 

Auf der Festung befanden sich zwei zweistöckige Kasernengebäude, ein Zeughaus, ein Ingenieurhaus, ein Torhaus, die Kommandantur und eine Kirche. Die Besatzung wohnte zum Teil mit ihren Familien auf der Festung. Die Bastionen sind nach Karl Albrecht, seiner Gemahlin Maria Amalia, dem Berg Glatzenstein sowie den Orten Kersbach, Nürnberg und Schnaittach benannt.

 

Die Wirtschaftsgebäude und Versorgungsanlagen der Festung waren im Bereich der ehemaligen Stadt und auf den Hängen angesiedelt. Sie umfassten das Pulvermagazin, eine Wäscherei mit Waschweiher und Bleichwiese, eine Pferdeschwemme, eine Schäferhütte, einen Steinbruch mit Kalkgruben, mehrere Nutz- und Ziergärten, ein Wachhaus und einen Exerzierplatz. Diese Bauwerke, die durch eine Vicinalstraße mit der Festung verbunden waren, sind allesamt abgegangen; lediglich Grundmauerreste und Gräben zeugen von ihnen. Südöstlich der Festung befand sich ein zwischen 1740 und 1843 genutzter Friedhof, auf dem 1083 Festungsinsassen mit ihren Familien die letzte Ruhe fanden[10]. 1927 restaurierte der Heimatverein Schnaittach den Friedhof, indem man die erhaltenen Grabsteine an der heutigen Stelle aufstellte.

 

Ab 1838 verkaufte das Kriegsministerium das gesamte Inventar, einschließlich Türen, Balken und allem, was sich entfernen ließ. Mit dem Abrücken der letzten drei Soldaten 1841, die die Ausschlachtung überwacht hatten, wurde die Festung aufgelassen und dem Verfall preisgegeben. Sie durfte von der Bevölkerung als Steinbruch benutzt werden. Das Festungsareal wurde an die Bayerische Forstverwaltung übergeben und aufgeforstet. 1876 wurden an der äußeren Erdumrandung von der Königlich Bayerischen Eisenbahn-Compagnie Sprengversuche durchgeführt. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Festungsruine – begünstigt durch den aufkommenden Eisenbahnverkehr – zu einem beliebten Ausflugsziel. Seit 1894 wird die Anlage vom Verschönerungsverein Schnaittach (dem heutigen Heimatverein Schnaittach) betreut. Der Wandertourismus brachte dem Rothenberg, neben der Landwirtschaft (zunächst vor allem Schäferei, später Hopfenanbau), einen weiteren Wirtschaftszweig und so wurde, etwa mit Gehwegen und Gastronomiebetrieben, eine touristische Infrastruktur geschaffen. Der Erste Weltkrieg setzte dem zunächst ein Ende. Die Nationalsozialisten planten die Errichtung einer Ordensburg auf dem Rothenberg, gaben den Gedanken jedoch schnell wieder auf, da nicht geklärt werden konnte, wie die Wasserversorgung sicherzustellen sei. Zwischen 1940 und 1943 war auf dem Berg eine Flugbeobachtungswarte (sogenannte Flugwache) eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Tourismus in Form des Wintersports für einige Jahre zurück auf den Rothenberg, was zum Bau von Skipisten, einer BRK-Schutzhütte und einer Skisprungschanze (welche 1972 bei einem Erdrutsch zerstört wurde) führte. Die eigentliche Festungsruine, deren Administration 1966 von der Bayerischen Schlösserverwaltung übernommen worden war, stand (und steht) vor allem im Sommer im Fokus der Besucher. Von 1999 bis 2006 fanden mehrere Musikfestivals (Summerships), Theateraufführungen (darunter Bertolt Brechts Mutter Courage und ihre Kinder und die Werke Turandot, Carmina Burana und Nabucco unter der Leitung von Wilhelm Keitel) sowie (historisch deplatzierte) Mittelaltermärkte auf der Festung statt.[8] Die von der oben genannten Behörde in Kooperation mit dem Heimatverein Schnaittach durchgeführte und dringend notwendige Sanierung des Festungsstockes wurde im Wesentlichen 2008 abgeschlossen. Die Festung ist halbjährig für Besucher geöffnet und – ausgenommen an den zweimal im Jahr stattfindenden Festtagen – gebührenpflichtig. Da die Festung auch einen naturschützerischen Zweck erfüllen soll, ist die Besichtigung der Kasematten während der Fledermausschutzzeit nicht möglich.

(aus Wikipedia)

 

Den Abschluss des gelungenen Ausflugs bildete das gemeinsame Abendessen im Hotel-Restaurant Iglwirt in Schnaittach.

Bei immer noch angenehm warmen Temperaturen konnten wir bei fröhlicher Unterhaltung den Tag ausklingen lassen.

Wir freuen uns schon auf die nächste Tagesfahrt in 2019.

 

 

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